Das auf dreieinhalb Jahre ausgelegte Pilotprojekt ist gleichzeitig in Sehnde, Springe und der Wedemark gestartet. Mit insgesamt 20 Transportern des Typs „Mercedes-Benz Sprinter Mobility“ soll der Buslinienverkehr in den genannten Kommunen sinnvoll ergänzt werden.
„sprinti ist ein riesiger Schritt für das Wohnen und die Lebensqualität in den ländlichen Gebieten in der Region Hannover“, sagt Regionspräsident Hauke Jagau. „Praktisch ist das Angebot eine Taktverdichtung. Damit wird der Umstieg vom eigenen Auto auf den ÖPNV deutlich erleichtert.“
Auch die Bürgermeister der drei Kommunen freuen sich über das Angebot: „Die Einrichtung von sprinti ist eine Ergänzung des ÖPNV, die wir uns gewünscht haben. Daher freue ich mich, dass sich die Region Hannover für einen Testbetrieb entschieden hat und die Stadt Sehnde als eine von drei Kommunen berücksichtigt wurde. Ich bin mir sicher, dass dieses Angebot von den Sehnder*innen gut angenommen wird“, so der Sehnder Bürgermeister Olaf Kruse. „sprinti bedeutet für mich ÖPNV, wo ich ihn brauche und ÖPNV, wann ich ihn brauche - auf Knopfdruck. Damit geht gerade für den ländlichen Bereich ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Mit sprinti setzt die Region Hannover einen echten Meilenstein in Richtung Verkehrswende.
„Die auffälligen Kleinbusse werden Aufmerksamkeit in den drei Pilotkommunen erregen“, ist sich der Verkehrsdezernent der Region und Geschäftsführer des Großraum-Verkehr Hannover (GVH) Ulf-Birger Franz sicher.
Die eigene Website www.sprinti.gvh.de informiert über die Nutzungsmodalitäten und beantwortet häufig gestellte Fragen.
Dreh- und Angelpunkt der Nutzung des neuen Angebotes ist die sprinti App, die bereits bei Google Play und im App Store zum Download zur Verfügung steht. Nutzt man die GVH App wird man über eine Verknüpfung zur sprinti App weitergeleitet. Über die sprinti App bucht man Zeit, Einstiegsort und Ziel. Auch Vorabbuchungen, z.B. bei wiederkehrenden Terminen sind möglich. Der GVH und das Unternehmen Via, das den sprinti betreibt, haben insgesamt mehr als 6.500 virtuelle Haltestellen festgelegt, so dass Fahrgäste, egal wo sie sich in ihrer Gemeinde befinden, immer kurze Wege zum abholenden Fahrzeug haben. Wartezeit höchstens: 20 Minuten, Fußweg höchstens 200 Meter.
Nutzen kann den Service, wer über eine gültige GVH Fahrkarte verfügt. sprinti wird innerhalb der drei Pilotkommunen auch dort eingesetzt, wo ein Linienbus aufgrund der geringen Nachfrage wirtschaftlich keinen Sinn macht. Dies betrifft im Einzelnen Fahrten der regiobus Linien 301, 381 und 385 in Springe und das AST (Anrufsammeltaxi) Springe; in der Wedemark einzelne Fahrten der Linien 695, 697, 698 und das AST Wedemark, sowie Fahrten der ÜSTRA Buslinien 371 und 372 und die entsprechenden ÜSTRA Ruftaxen in Sehnde. Auf allen genannten Linien ersetzt das sprinti Angebot insbesondere Fahrten in den Abendstunden und am Wochenende. Rückgrat des Öffentlichen Nahverkehrs in Sehnde, Springe und der Wedemark bleiben die bekannten Busverbindungen.
„Das System ist so konfiguriert, dass dem Kunden die Buslinien für seinen Fahrtwunsch angezeigt werden, wenn es zeitlich und örtlich passt“, erklärt ÜSTRA-Vorständin und regiobus-Geschäftsführerin Elke van Zadel. Damit verhindern wir eine Konkurrenzierung der Angebote. Ansonsten ersetzen die sprinti die bisherigen Linien- und RufTaxi-Angebote in Sehnde und die Anrufsammeltaxi-Verkehre in der Wedemark und in Springe, gehen aber vom Fahrkomfort, von der zeitlichen Verfügbarkeit und dem Bedienradius deutlich über die abgelösten Systeme hinaus“, so van Zadel. Valerie von der Tann freut sich ebenfalls, dass es nun losgeht: „Viele Kolleginnen und Kollegen haben in den letzten Wochen und Monaten an der Vorbereitung des Betriebsstarts gearbeitet. Bis zuletzt wurden Optimierungen am Buchungssystem vorgenommen, die Fahrzeuge sind gebrandet und das Fahrpersonal wurde geschult. Wir sind startklar“, so die Geschäftsführerin von Via in Deutschland.
Pandemiebedingt werden die sprinti zunächst vier (statt sechs) Fahrgäste und ggf. einen Rollstuhlfahrenden (statt zwei) befördern können. Der Hublift am Heck des Fahrzeuges ermöglicht auch die Mitnahme eines Elektrorollstuhles. Rollatoren, Kinderwagen und je nach Platzangebot auch Fahrräder können ebenfalls mitgenommen werden.
Bild: v.l. Helge Zychlinski/ Bürgermeister Wedemark, Olaf Kruse/ Bürgermeister Sehnde, Christian Springfeld/ Bürgermeister Springe, Hauke Jagau/ Regionspräsident, Elke van Zadel/ ÜSTRA-Vorständin und regiobus-Geschäftsführerin, Ulf-Birger Franz/ Verkehrsdezernent der Region und Geschäftsführer des Großraum-Verkehr Hannover (GVH)
Quelle: Pressemitteilung der GVH